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Sitzball: Die gesunde, alternative Sitzgelegenheit im Büro

Sitzball im Büro und am ArbeitsplatzNoch immer wird der Sitzball im Büro von vielen Menschen belächelt. Doch wer unter Rückenbeschwerden und Bandscheibenproblemen leidet, weiß die flexible Sitzgelegenheit zu schätzen.

Sitzbälle werden sowohl im Privatbereich als auch im Berufsleben gerne für ein dynamisches Sitzen verwendet. Wer auf einem Sitzball Platz nimmt, ist praktisch „gezwungen“, sich stetig zu bewegen und das Gleichgewicht zu halten. Dadurch wird die Rückenmuskulatur langfristig gestärkt. Die Wirbelsäule erhält eine aufrechte Haltung.

Ärzte empfehlen heute sogar die Verwendung von Sitzbällen im Büro. Was es dabei zu beachten gibt und welche Möglichkeiten ein Sitzball bietet, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Beliebte Sitzbälle & Ballstühle

Material und Qualität eines Sitzballes

Damit das Sitzen auf einem Sitzball dauerhaft möglich ist, muss dieser aus einem geeigneten Material (hochwertiges PVC) gefertigt sein. Sitzbälle sind nicht mit Gymnastikbällen zu verwechseln. Auf einem Gymnastikball ist längeres Sitzen nicht empfehlenswert. Auch wenn diese Bälle im Preis oft günstiger sind, sollten Sie sprichwörtlich nicht am falschen Ende sparen.

Wichtig: Ein guter Ballstuhl benötigt eine kräftige Dämpfung, darf nicht ständig wippen oder gar platzen, wenn er über einen langen Zeitraum im Einsatz ist!

Sitzball und Ballstuhl: Die optimale Sitzhöhe

Der Kniewinkel sollte generell 100 Grad betragen, um eine ideale Sitzhöhe zu erreichen. Es ist nicht erforderlich und ratsam, auf einen Sitzball mit sehr großem Durchmesser zurückzugreifen, um dadurch etwa einen besseren Überblick über den Schreibtisch zu erhalten. Dies kann eine gebeugte Sitzhaltung hervorrufen und zu Rückenproblemen führen. Besser ist es hier, die Höhe der Arbeitsfläche entsprechend anzupassen.

Folgende Maße sind empfehlenswert (allgemeine Werte):

Durchmesser SitzballKörpergröße
65 Zentimeter166 bis 177 Zentimeter
75 Zentimeterab 178 Zentimeter

 

Für Personen mit einer Körpergröße von unter 1,66 Meter oder über 1,95 Meter sind Sitzbälle weniger geeignet. In diesen Fällen können Ballkissen oder Keilballkissen eine entlastende Alternative darstellen. Insbesondere sehr großen Menschen ist von der Verwendung eines Sitzballes abzuraten.

Weiterhin sind folgende Punkte in Bezug auf die Sitzhöhe wichtig:

  • Die Länge der Beine im Verhältnis zur Gesamtgröße: Für Personen mit langen Beinen ist generell ein größerer Ball und für Personen mit kurzen Beinen ein kleinerer Sitzball empfehlenswert.

  • Das Körpergewicht: Da der Sitzball je nach Gewicht mehr oder weniger stark eingedrückt wird, ist auch dies bei der Auswahl des richtigen Sitzballs zu beachten.

  • Das Volumen: Zuletzt spielt ebenfalls eine Rolle, wie stark der Sitzball aufgepumpt wird.

 

Die Sitzdauer auf einem Sitzball

Sitzball mit Rädern und Rückenlehne

Ein Sitzball ist mit Rädern und Rückenlehne genau so praktisch wie ein Bürodrehstuhl

Wie lange Sie auf einem Sitzball sitzen können, hängt von mehreren Faktoren ab. Medizinisch betrachtet, gehen die Meinungen hierbei auseinander. Wer grundsätzlich keine Bandscheiben- und Rückenprobleme sowie eine gesunde Wirbelsäule hat, kann theoretisch den ganzen Tag auf einem Sitzball sitzen. Die Hersteller empfehlen aber, dass die Sitzzeit nicht mehr als 1/3 der gesamten Arbeitszeit ausmachen sollte.

Sollten jedoch bereits Rücken- oder Bandscheibenbeschwerden vorliegen, ist ein dauerhaftes Sitzen nicht empfehlenswert. Die empfohlene Sitzzeit auf dem Sitzball liegt hier zwischen einer Viertelstunde täglich bis zu einer Stunde am Tag (je 15 Minuten über den Tag verteilt). Die Angaben und Werte können dabei von Hersteller zu Hersteller sowie je nach Produkt schwanken.

Welche Vorteile bietet ein Sitzball?

Neben dem Stützen von Rücken und Wirbelsäule bietet ein Sitzball einige weitere Vorteile. Unter anderem regt das aktive Sitzen auf einem Sitzball das Gehirn und den Gleichgewichtssinn an. Die Sitzhaltung wird häufiger automatisch verändert, was sich positiv auf den Rücken und die Muskulatur auswirkt.

Die Beine stehen etwas weiter auseinander als es bei einem gewöhnlichen Bürostuhl der Fall ist. Dies sorgt für eine bessere Durchblutung. Auch die Atmung fällt insgesamt leichter, da der Bauch freier ist.

Das Sitzen auf einem Sitzball ähnelt dem Arbeiten im Stehen. Durch die stetige Bewegung und eine bessere Durchblutung ist man leistungsfähiger und arbeitet konzentrierter.

Zubehör für Sitzbälle

Sitzbälle werden grundsätzlich im nicht aufgeblasenen Zustand verkauft. Je nach Produkt sollte dem Set ein Adapter und ein Verschluss für die Luftpumpe beiliegen. Alternativ kann zum Aufblasen auch ein klassischer Blasebalg für Luftmatratzen oder auch eine Doppelhubpumpe verwendet werden.

Zusammenfassung

Es ist generell empfehlenswert, morgens nach dem Aufstehen zunächst auf dem Sitzball Platz zu nehmen und später auf einen guten Bürodrehstuhl zu wechseln. Auf diese Weise wird der Kreislauf unmittelbar angeregt, die aktivierende Wirkung des Sitzballs kann sich jetzt am besten entfalten.

Weiterhin:

  • Die Nutzungsdauer hängt stets von der Qualität des Balls und den eigenen Bewegungsabläufen ab.

  • Ein hochwertiger Sitzball verfügt über eine gute Schwingungsdämpfung, damit die Arbeit am Bildschirm oder auch in der Schule möglich ist.

  • Ein Sitzball sollte nicht als alleinige Sitzgelegenheit genutzt werden. Ein Abwechseln mit anderen Sitzmöbeln (Bürostuhl, Bürodrehstuhl) ist ratsam.

  • Wichtig: Ausschließlich richtige Sitzbälle verwenden und keine Gymnastikbälle als Alternative!

  • Wer über Rückenbeschwerden klagt, sollte vor der Verwendung eines Sitzballs mit seinem Arzt sprechen. Gleiches gilt für Schwangere und Personen mit Übergewicht.

 

Häufig gestellte Fragen:

1. Kann ein Sitzball platzen?

Ein Sitzball im Büro ist sehr Rückenschonend

Auf dem glatten Boden in Büros platzt ein Sitzball unter normalen Umständen nicht…

Ja, ein Sitzball kann grundsätzlich platzen. Allerdings kommt dies bei angemessener Nutzung aufgrund des dehnbaren Materials in der Regel nicht vor. Es kann lediglich passieren, dass der Ball bei starker und dauerhafter Beanspruchung Luft verliert.

Zu einem Platzen des Sitzballs kommt es möglicherweise, wenn chemische Substanzen oder scharfe Gegenstände die Oberfläche des Materials angreifen. Sollte es dazu kommen, können sogenannte platzsichere Modelle (Anti-Burst) ein weiteres Aufreißen des Balls aber verhindern. Die Luft entweicht durch die bis zu 3 Millimeter dicke Ballhaut dann sehr langsam.

2. Muss ein Sitzball gereinigt werden?

Die Reinigung eines Sitzballes ist sehr einfach. Ein Tuch oder ein Schwamm sowie klares Wasser genügen zumeist, um den Ball von Staub und Schmutz zu befreien. Hartnäckige Verschmutzungen lassen sich auch mit einem leichten Reinigungsmittel, Handwaschseife oder verdünntem Reinigungsalkohol beseitigen. Scharfe Reiniger oder Gegenstände dürfen nicht verwendet werden, damit das Material nicht porös oder beschädigt wird.

3. Aus welchem Material besteht ein Sitzball?

Viele Sitzbälle bestehen aus PVC. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass das verwendete Material geprüft und hochwertig ist.

4. Was ist der Unterschied zwischen einem Sitzball und einem Gymnastikball?

Sitzbälle und Gymnastikbälle unterscheiden sich im Prinzip nur in ihrer Nutzung. Je nach Modell können Sitzbälle auch als Gymnastikbälle genutzt werden. Andersherum sollte ein Gymnastikball aber nicht als Sitzball Anwendung finden, da ihm einige wichtige Eigenschaften fehlen.

Ein hochwertiger Sitzball ist schwingungsgedämpft und sorgt dafür, dass Rückenmuskulatur und Gleichgewichtssinn gestärkt werden. Durch aktives Sitzen wird der gesamte Bewegungsapparat gefördert.

5. Wie lange darf ein Sitzball am Tag genutzt werden?

Solange keine Vorerkrankungen oder Rückenbeschwerden vorliegen, können Sie im Prinzip den ganzen Tag auf dem Sitzball sitzen. Generell empfohlen sind 1 bis 2 Stunden täglich (je nach Hersteller und Produkt).

In jedem Fall sollten zwischendurch Pausen eingelegt oder die Sitzmöglichkeit später gewechselt werden, um Körper und Rücken wiederum zu entlasten. Bei vorliegenden Schäden an der Bandscheibe oder anderen Beschwerden ist es ratsam, den Ball täglich nur einige Minuten zu nutzen und mit dem behandelnden Arzt vorab Rücksprache zu halten.